KI, KV und Kompetenzen

1. Juli 2026 Beitrag teilen

Mit dem Startschuss zum Fokus auf Künstliche Intelligenz im nächsten Schuljahr luden die Schulen kvBL die Digitalexpertin Dr. Sarah Genner für ein Referat zum Thema «Die KV-Berufsbildung im digitalen Wandel» nach Liestal ein. Neben der Klärung grundsätzlicher Aspekte wie der ethischen KI-Nutzung, des Datenschutzes und der akademischen Integrität soll die Schärfung der KI-Kompetenzen der Lehrpersonen und der Lernenden im Zentrum stehen.

Im Rahmen der dreitägigen schulinternen Lehrpersonenfortbildung zu Beginn der Osterferien zeigte Dr. Sarah Genner auf, wie sich Bildung in die historische Entwicklung der Digitalisierung einbetten lässt und erläuterte einige KI-Mythen.

Sie nahm die 120 Lehrpersonen mit auf eine spannende Reise, die von Leibniz’ Binärsystem aus dem Jahr 1697 bis zu den heutigen börsenbeherrschenden grossen Technologiekonzernen in Kalifornien führte. In sechs Thesen näherte sie sich differenziert den Veränderungen der Arbeitswelt durch generative KI, ohne die problematischen Aspekte wie Datensicherheit und KI-Erschöpfung aus den Augen zu verlieren. Dabei betonte sie, dass KI zu veränderten Jobanforderungen und nicht primär zu Arbeitsplatzverlusten führt. Sie wies zudem deutlich auf den demografischen Wandel als eigentlichen Schlüsselfaktor hin. Pointiert fasste sie zusammen: «Die Arbeit wird uns nicht ausgehen und das Berufsbildungssystem ist dafür ein zentraler Erfolgsfaktor.»

Junge Menschen brauchen weiterhin eine gute Grundausbildung, die sowohl digitale Grundkompetenzen als auch fachliche und überfachliche Kompetenzen vermittelt. Die berufsspezifischen Kompetenzen unterscheiden sich dabei je nach Branche. Kernkompetenzen wie beispielsweise Flexibilität, Teamfähigkeit und Motivation lassen sich gut «on the job» erwerben, während analytisches Denken und Lernfreudigkeit vor allem in der Schule entwickelt werden. Dank der Anpassungsfähigkeit der dualen Berufsbildung haben wir in dieser Hinsicht in der Schweiz einen fast einzigartigen Vorteil. Der digitale Wandel hat starken Einfluss auf die Entwicklung von Schulen. Im Zentrum steht die Frage, wie wir gute Bildung im digitalen Zeitalter fördern können. Eine unmissverständliche Aufforderung von Dr. Sarah Genner an die Schulen ist, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Denn laut ihr ist die menschliche Intelligenz vielschichtiger als KI.

Die Schulen kvBL nehmen diese Herausforderung ernst: Direkt im Anschluss an die Ausführungen von Dr. Sarah Genner führten die für den pädagogischen ICT-Support (PICTS) verantwortlichen Lehrpersonen mit ihren Kolleginnen und Kollegen Workshops zu dieser Thematik durch. Dies ist der Auftakt für die Fokussierung auf die allgemeinen Grundsätze des KI-Einsatzes und die Stärkung der KI-Kompetenzen aller Schulbeteiligten. Besonders im Bereich des didaktisch sinnvollen KI-Einsatzes im Unterricht eröffnet sich ein weites Feld.

Mehr Informationen zu den Schulen kvBL finden Sie auf kvbl.ch.

«Die Arbeit wird uns nicht ausgehen und das Berufsbildungssystem ist dafür ein zentraler Erfolgsfaktor.»

Dr. Sarah Genner
ist Digitalexpertin, Dozentin und Verwaltungsrätin. Ihr Spezialgebiet sind die Auswirkungen digitaler Medien und Technologien auf Mensch, Gesellschaft und Arbeitswelt. Sie ist als Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Praxis unterwegs. Mehr zu Dr. Sarah Genner finden Sie auf sarah.genner.cc.


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