KI im Schulalltag: wie Kompetenzen für morgen aufgebaut werden

24. Juni 2026 Beitrag teilen

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant und damit auch die Anforderungen an die Berufsbildung. Die Berufsfachschule KV Basel hat diese Entwicklung früh erkannt, deshalb ihren Personalnachfolgeplan gezielt angepasst und per 1. Januar 2026 eine neue, schweizweit noch seltene Funktion geschaffen: Léonie Schaub unterstützt als «KI-Beraterin und KI-Assistenz für Mitarbeitende und Lernende» den gezielten, verantwortungsvollen Einsatz von KI im Schulalltag.

Mit der neuen Funktion verfolgt die Schule klare Entwicklungsziele: Alle Mitarbeitenden sollen den Nutzen von KI kennen, diese kompetent einsetzen und dadurch effizienter und qualitativ hochwertiger arbeiten. Gleichzeitig sollen Lernende im Umgang mit KI begleitet werden. Fachlich fundiert, reflektiert und praxisnah. KI wird dabei weder als Selbstzweck noch als Ersatz für Mitarbeitende verstanden, sondern als Werkzeug zur Entlastung, zur Qualitätssteigerung und zur Weiterentwicklung von Unterricht und Organisation.

Was ist gefragt?
Léonie Schaub bewegt sich in ihrer Rolle an der Schnittstelle zwischen Pädagogik, Technologie und Schulentwicklung. Zu ihren Aufgaben gehören die Auswahl geeigneter KI-Tools, die Beratung und die Schulung unterschiedlicher Zielgruppen sowie die Konzeption innovativer Projekte, etwa im Bereich Lernplattformen oder schulinterner KI-Infrastrukturen. Besonders gefragt sind kurze Workshops, Coachings und individuelle Beratungen. «Viele Mitarbeitende kommen mit sehr konkreten Anliegen zu mir. Etwa zur Unterrichtsvorbereitung, zum Einholen von Feedback zu Aufgabenstellungen oder zur Klärung von Idealvorstellungen, was KI für sie erledigen könnte. Gemeinsam erkunden wir dann die Möglichkeiten und mit zunehmenden Erfahrungswerten wächst die Offenheit gegenüber der Technologie», sagt Léonie Schaub.

Begleitung statt Verbote
Auch bei den Lernenden zeigt sich ein grosser Bedarf. KI-Tools sind für viele Jugendliche selbstverständlich, gleichzeitig bestehen Unsicherheiten bezüglich Prüfungen, Urheberschaft oder Datenschutz. Die Berufsfachschule KV Basel setzt bewusst auf Begleitung statt auf Verbote. «Lernende nutzen KI oft intuitiv. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu zeigen, wie sie KI lernwirksam und verantwortungsvoll einsetzen können und wo klare Grenzen liegen», erklärt Schaub. Für die Abschlussklassen wurden deshalb gezielt Workshops mit Bezug zur Prüfungsvorbereitung mit KI angeboten. Bei den nachfolgenden Jahrgängen liegt der Fokus stärker auf der Schulung der Lehrpersonen. Ziel ist es, dass Lehrpersonen einen reflektierten Umgang mit KI vorleben und so das Nutzungsverhalten der Lernenden langfristig prägen.

Wo KI Mehrwert schafft
Für die Schule ist die neue Funktion ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Verwirklichung ihrer Vision. KI wird als langfristiges Querschnittsthema verstanden, das Unterrichtsentwicklung, Zusammenarbeit und Schulorganisation betrifft. «KI fordert uns als Schule heraus, unsere Rolle neu zu denken. Mit dieser Stelle wurde bewusst Raum zum Ausprobieren, Lernen und Weiterentwickeln geschaffen. Für Mitarbeitende wie für Lernende», so Léonie Schaub. Das erste Zwischenfazit fällt positiv aus: Die Nachfrage ist hoch, der Dialog differenziert. In diesem Jahr werden Erfahrungen gesammelt und Erkenntnisse gewonnen, welche nachhaltig in die Schulentwicklung einfliessen sollen und Orientierung bieten. Damit KI dort wirkt, wo sie Mehrwert schafft: im Lernen, im Lehren und in kaufmännischen Tätigkeiten.

Mehr Informationen zur Berufsfachschule KV Basel finden Sie auf kvbasel.schule.

«Mit zunehmenden Erfahrungswerten wächst die Offenheit gegenüber der Technologie.»

Léonie Schaub,
KI-Beraterin und KI-Assistenz für Mitarbeitende und Lernende
der Berufsfachschule KV Basel


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