«Welche Skills habe ich wirklich, welche sind meine favorisierten Skills und was möchte ich in Zukunft lernen?»

25. März 2026 Beitrag teilen

Im September 2025 hat die Work-ID AG die beiden digitalen Arbeitsmarktlösungen Work-ID und Skills-Manager für die breite Öffentlichkeit lanciert. Das Ziel bestehe darin, Menschen und Unternehmen skills- und wertebasiert zusammenzubringen, dies und mehr erklärt Cornel Müller, Gründer der Work-ID, im Interview.  

Herr Müller, warum braucht die Schweiz eine neue Lösung namens Work-ID?
Der CV (Lebenslauf) ist etwa 500 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäss. Erstens beinhaltet dieses Dokument diverse sensible Daten, die diskriminierend und irrelevant sind. Zweitens sehe ich die Biografie, interessieren würden mich als Arbeitgeber vielmehr die Skills. Und drittens fehlen in den meisten CVs die Werte oder Karrierewünsche der Menschen. Sowohl die Skills wie auch die Werte eines Menschen sind wesentlich relevanter als irgendwann einmal absolvierte Ausbildungen oder vergangene Jobs.

Warum sollten Menschen eine Work-ID erstellen?
Stellensuchende sehen alle offenen (über 200 000) Stellen, welche mit ihren Skills und Vorstellungen abgeglichen werden. Das eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht eine zielführendere Suche als die klassische Jobsuche über den Jobtitel. Stellensuchende können sich mit einem Klick bewerben und Angestellte können sich ganz einfach mit dem Skills-Manager ihres Arbeitgebers verbinden und sehen so interne Karrieremöglichkeiten. Arbeitgeber können diese gezielt fördern, da sie nun die Skills der Angestellten kennen und auch, was diese gerne machen und noch lernen wollen.

Wer sieht meine Angaben im externen Arbeitsmarkt?
Firmen sehen Ihre Angaben erst, wenn Sie Ihr Interesse bekunden. Wenn Sie Ihre Work-ID für den externen Arbeitsmarkt aktivieren, können Arbeitgeber Ihre Work-ID in anonymisierter Form sehen und bei Interesse mit Ihnen in Kontakt treten. Das Aktivieren Ihrer Work-ID können Sie in den Einstellungen vornehmen. Vorher ist Ihr Profil für externe Arbeitgeber nicht sichtbar.

Warum ist die Work-ID insbesondere für Kaufleute interessant?
Kaufleute verfügen in der Regel über breit gefächerte Skills und sind dadurch vielseitig einsetzbar. Zudem ist es für Kaufleute bei dem Jobtitel-Wildwuchs oft schwierig, nach einem geeigneten Job(titel) zu suchen. Beide Aspekte sprechen klar für den Einsatz der Work-ID, denn mit dem innovativen Skills-Matching erhalten Kaufleute entweder eine grössere, passendere oder überraschende Jobauswahl.

Was möchten Sie den Stellensuchenden bei der Nutzung der Work-ID mitgeben?
Von Berufs-, Outplacement- und RAV-Berater:innen nehmen wir sehr positive Signale wahr. Eines davon ist, dass sich die meisten Menschen nicht oder viel zu wenig mit ihren Skills auseinandersetzen. Dies ist allerdings ein sehr wichtiger Prozess bei einer beruflichen Neuorientierung. Mit dem Zugang zu mehreren Hunderttausend Skills, welche die Work-ID «serviert», können sich Menschen differenzierter mit ihren Skills beschäftigen.

Unser Tipp: Nutzen Sie die Chance und nehmen Sie sich etwas Zeit, und fragen Sie sich selbst mal, welche Skills habe ich wirklich, welche sind meine favorisierten Skills und was möchte ich in Zukunft lernen resp. welche Skills möchte ich aufbauen?

Was überzeugt Unternehmen, den Skills-Manager einzusetzen?
Vor allem KMU realisieren, dass sie mit dem Skills-Manager praktizieren können, was bis dato nur den grossen Unternehmen vorbehalten war (weil zu teuer, zu aufwendig, zu komplex, zu mächtig usw.). Endlich können sie die Skills ihrer Belegschaft managen, skills-basiert rekrutieren und Weiterbildungsmassnahmen ableiten. Zudem kann ich als Arbeitgeber ohne Aufwand «Second-Best-Kandidatinnen und -Kandidaten» in meinen Talentpool einladen. Dafür erstellen diese Personen eine Work-ID und verbinden sich mit dem Unternehmen. Das Unternehmen sucht vielleicht in naher Zukunft nach bestimmten Skills und findet so einfach eine ehemalige Bewerberin oder einen ehemaligen Bewerber. Wichtiger Nebeneffekt: Statt einer schnöden Absage bekommen Menschen so eine zweite Chance.

Starke Forschungspartner und Investoren
Die Work-ID AG baut die Erkenntnisse des Innosuisse-Flagship-Projekts «Swiss Circular Economy for Skills and Competences» ein. Am Forschungsprojekt sind starke Partner beteiligt: die Universität St. Gallen, die Universität Zürich, die EPFL, die ZHAW und die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung. Zu den Investoren und strategischen Partnern zählen der Kaufmännische Verband Schweiz und der Kaufmännische Verband Zürich, zwei zentrale Akteure im Schweizer Bildungs- und Arbeitsmarkt. Ebenfalls unter den Investoren befindet sich die Future of Work Group AG, zu der unter anderem die etablierten Arbeitsmarktakteure x28 AG und jobchannel ag gehören sowie ein Dutzend Schweizer HR-Profis, welche die Vision mittragen.

Hier erstellen Sie Ihre Work-ID

«Nutzen Sie die Chance und nehmen Sie sich etwas Zeit, und fragen Sie sich selbst mal, welche Skills habe ich wirklich, welche sind meine favorisierten Skills und was möchte ich in Zukunftlernen resp. welche Skills möchte ich aufbauen?»

Cornel Müller,
Gründer Work-ID


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