Rückblick Podiumsanlass: Kaufmännische Berufe im KI-Zeitalter
Am Mittwoch, 22. Oktober 2025, fand der Podiumsanlass Kaufmännische Berufe im KI-Zeitalter: Herausforderungen & Perspektiven im KV-Saal Liestal statt. Ein spannendes Inputreferat von Prof. Dr. Toni Wäfler, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der FHNW, gab den Einstieg zum Thema, in dem er die bisherigen Forschungsbefunde zum Thema menschliche Intelligenz vs. künstliche Intelligenz zusammenfasste.
Prof. Dr. Toni Wäfler zeigte auf, welche Stärken KI aufweist, aber auch welche Schwächen und beleuchtete die Potenziale in der Zusammenarbeit von KI und Mensch. Die Kernaussage seines Inputreferats zeigte klar, dass Menschliche Intelligenz und Künstliche Intelligenz nicht dasselbe sind, sondern sich gegenseitig ergänzen. Entsprechend verdrängt KI die Menschen nicht, sondern verändert deren Aufgaben. Auch mit fortschreitender Digitalisierung bleiben die menschliche Expertise und Erfahrung unverzichtbar.
Im Anschluss diskutierte das hochkarätige Podium mit Vertretern aus Forschung, Wirtschaft und Bildung über die digitale Transformation, ob die kaufmännischen Berufe in Gefahr sind und ob KI-Lösungen die hohen Erwartungen zur Steigerung von Produktivität und Qualität erfüllen.
Wird KI den Schweizer Arbeitsmarkt revolutionieren? Marco Salvi von Avenir Suisse zeigte sich überzeugt, dass sich KI für einige Berufe vorwiegend ergänzend und produktivitätssteigernd auswirkt, während andere Tätigkeiten unter einen gewissen Substitutionsdruck geraten. Gerade Büroberufe gehören zu den letzteren. Höhere Bildung verbessere die Chancen, schütze aber nicht – gefragt sind weitere wirtschaftspolitische Massnahmen.
Milan Jovanovic, Coorpix AG, unterstützt Unternehmen tagtäglich mit der Einführung von KI und datengetriebenen Prozessen. Für ihn stand aber fest, Kaufleute sind nicht am Ende, sondern am Anfang einer neuen Rolle. Statt abzuwarten, müsse der Wandel aktiv mitgestaltet werden, damit das kaufmännische Berufsbild, welches das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet, zukunftsfähig bleibt und die Schweiz auch im KI-Zeitalter an der Spitze steht.
Tobias Habegger, ICT-Berufsbildung Schweiz, zeigte sich überzeugt, dass KI-Kompetenz in den meisten Berufen zur neuen Grundausstattung wird – so unverzichtbar wie Lesen, Schreiben oder Rechnen. Die Kombination aus eigenständigem, kritischem Denken und dem gezielten Einsatz von KI führe oft zu den besten Resultaten. Der richtige Einsatz in der Berufsbildung ist wichtig, u.a. mit praxisnahen Modellen und künstlichen Assistenten für den Unterricht.
Ramon Wardak, Leiter Schulen kvBL und Moderator fasste am Ende mit seiner persönlichen Erkenntnis aus der Diskussion zusammen: KI und KV werden zusammengehen. Es geht nicht darum wer wen ersetzt. Sondern wie wir gemeinsam neue Formen von Arbeit, von Wert und von Sinn schaffen. KI sollte gezielt gestaltet und in die betrieblichen Prozesse integriert werden, um negative Auswirkungen zu verhindern und positiven Nutzen zu generieren.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bedankte sich Urs Hofmann, Präsident des Kaufmännischen Verbands Baselland bei den Podiumsgästen und beim Publikum für das Interesse und den spannenden Austausch.
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