KI in der Weiterbildung: zwischen Hype, Transformation und Verantwortung

15. Juli 2026 Beitrag teilen

Künstliche Intelligenz ist längst im Berufsalltag angekommen. Sie strukturiert Präsentationen, analysiert Daten, erstellt Entscheidungsgrundlagen und unterstützt Prozesse, und das oft schneller, als wir sie prüfen können. Was vor wenigen Jahren noch als technologische Vision galt, gehört heute für viele Fachpersonen zur täglichen Arbeit. Diese Entwicklung verändert nicht nur Unternehmen, sondern auch die Weiterbildung. Für kv pro stellt sich deshalb nicht die Frage, ob KI relevant ist, sondern wie wir Menschen darauf vorbereiten, kompetent und verantwortungsvoll damit umzugehen.

Im Gespräch mit Michael Bänteli, Lehrgangsleiter Wirtschaftsinformatik bei kv pro, zeigt sich ein differenziertes Bild. Viele Teilnehmende nutzen KI bereits für Recherchen, Strukturierungen oder erste Analysen. Gleichzeitig befinden sich viele noch am Anfang eines professionellen Umgangs mit diesen Werkzeugen. «Viele kommen mit sehr rudimentären Kenntnissen», erklärt Bänteli. «Sie nutzen Tools wie ChatGPT ähnlich wie früher eine Google-Suche, wissen aber noch nicht, wie man sie gezielt und professionell einsetzt.» Genau hier setzt die Weiterbildung an. Studierende müssen lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern ihre Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. «Nur weil eine KI etwas ausgibt, heisst das noch lange nicht, dass es auch stimmt», sagt Bänteli. Die Fähigkeit, Inhalte zu prüfen und einzuordnen, bleibt deshalb eine zentrale Kompetenz. Auch institutionell befindet sich die Weiterbildung noch in einer frühen Phase der Transformation. Viele Bildungsanbieter beobachten die technologischen Entwicklungen aufmerksam und prüfen, wie KI sinnvoll integriert werden kann. Themen wie Datenschutz, Qualitätssicherung und verantwortungsvoller Einsatz spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Chancen und Herausforderungen
Die Integration von KI bringt neue Anforderungen mit sich, sowohl für Lernende als auch für Bildungsanbietende. Wer mit KI arbeitet, muss verstehen, wie Ergebnisse entstehen, wo mögliche Verzerrungen liegen und welche Risiken damit verbunden sind. Gleichzeitig eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für das Lernen. Inhalte können individueller aufbereitet werden, Feedback kann schneller erfolgen und komplexe Praxissituationen lassen sich realitätsnah simulieren. Auch im Bildungsbereich selbst könnten administrative Prozesse in Zukunft stärker unterstützt werden.

Eine interessante Perspektive sieht Bänteli auch im Bereich der Leistungsbewertung. Gerade bei grösseren Klassen könnte KI langfristig dazu beitragen, Bewertungen noch fairer und nachvollziehbarer zu gestalten, vorausgesetzt, Datenschutz und Qualitätssicherung sind gewährleistet.

Lernen zwischen Technologie und Praxis
Trotz aller technologischen Möglichkeiten bleibt für kv pro klar, dass KI das Lernen unterstützen und nicht ersetzen soll. Entscheidend ist die Verbindung von Technologie mit realen Praxiserfahrungen. Deshalb setzt kv pro bewusst auf praxisnahe Lernformate. Firmenbesuche, Projektarbeiten und der Austausch mit Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft sorgen dafür, dass theoretisches Wissen mit konkreten Erfahrungen verknüpft wird. Studierende sehen dadurch direkt, wie technologische Entwicklungen in Unternehmen eingesetzt werden und welche Rolle KI tatsächlich spielt.

Blick nach vorn
Bis 2030 wird Künstliche Intelligenz voraussichtlich selbstverständlich in Lern- und Arbeitsprozesse integriert sein. Entscheidungsgrundlagen werden schneller verfügbar sein, Analysen automatisiert vorbereitet und Informationen effizienter verarbeitet. Doch die eigentliche Veränderung liegt weniger in der Technologie als im Rollenverständnis der Fachpersonen. Während Systeme Daten analysieren und Routinetätigkeiten übernehmen, rückt die menschliche Expertise stärker in den Mittelpunkt. Analytisches Denken, kritisches Einordnen, Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenzen werden wichtiger denn je. Gerade diese Fähigkeiten lassen sich nicht automatisieren und bleiben deshalb entscheidend.

Unsere Haltung
Für kv pro ist klar: Künstliche Intelligenz ersetzt keine Fachpersonen – sie erweitert ihre Möglichkeiten. Mit Lehrgängen wie dem Digital Collaboration Specialist mit eidgenössischem Fachausweis oder dem AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis vermitteln wir Kompetenzen, um digitale Transformation zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

Die Zukunft gehört nicht denen, die Aufgaben verwalten, sondern denen, die Technologie verstehen, kritisch hinterfragen und verantwortungsvoll einsetzen. Genau darauf bereitet kv pro ihre Weiterbildungsteilnehmenden vor.

Mehr Informationen zu den Lehrgängen im Bereich Digitalisierung / Transformation finden Sie auf kvpro.ch.

«Studierende müssen lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern ihre Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.»

Michael Bänteli,
Lehrgangsleiter Wirtschaftsinformatik HF kv pro AG


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