Der Basler Daig, die Bewahrer der Sprache
An der Führung zum Basler Daig waren fast 20 interessierte Teilnehmende dabei, die den spannenden Erzählungen von Vincent Oberer lauschten. Es war ein spannender Einblick in die historischen Eigenheiten von Basel.
An einem herrlich sonnigen Freitag trafen wir uns, um an der Führung mehr über den Basler Daig zu erfahren. Vincent Oberer, unser Guide war für diesen Task bestens gewappnet, so kennt er sich aus wie kein anderer. Die vielen Informationen sprudelten förmlich aus ihm heraus. Er lebt die Basler Geschichte und das spürte man. Gleich zu Beginn sagte er über den Daig: «Sie sind Menschen wie du und ich, auch sie müssen essen.» Was sie aber nicht müssen, ist arbeiten. Wer dem Daig angehörte, war oftmals adelig, und die arbeiten bekanntlich nicht, sie beschützen. Heute liefere das Volk nicht mehr den Adeligen, sondern der Stadt. «Alte Weine, neue Schläuche», schmunzelt Oberer.
Fratzen über Engel
Die Führung fand rund um den Münsterplatz statt. Ein Ort, an dem es überall Geschichten zu erzählen gibt. Schon der Platz selbst war früher Austragungsort von mittelalterlichen Ritterturnieren und die Häuser nebenan waren Ränge, die man an Zuschauer vermietete. «Solche Turniere fanden immer vor einer Kirche statt. Man würde vor Gott ja niemals betrügen», fügte Oberer mit einem Augenzwinkern an.
Dort befindet sich auch das älteste Gymnasium der Stadt und das zweitälteste der Schweiz, das Gymnasium am Münsterplatz. «Eine Kaderschmiede für die Bürger der Stadt», so Oberer. Angehörige der Familie Bernoulli, der Familie Wettstein und der Familie Burkhardt sowie weitere Denker wie Friedrich Nietzsche besuchten die Schule. «Auch Emilie Louise Frey ging hier zur Schule. Sie war die erste Frau, die dann in Basel studieren durfte», ergänzte unser Guide.
Auch zum weissen Haus am Rheinsprung, das in Wahrheit eher blau ist, hatte Vincent Oberer eine spannende Info. Bei genauerem Betrachten des Gebäudes fallen einem die verschiedenen Fratzen auf, welche die Fassade zieren. «Fratzen zu machen, war vier Mal teurer als Engelchen zu machen», so Oberer und weiter, «das bedeutete, dass die Inhaber dieses Hauses Geld haben und somit vertrauenswürdig sind.» Das Haus zusammen mit dem blauen Haus gleich nebenan erbauten die Brüder Sarasin, die für ihre Seidenbänder weit bekannt waren.
Dem Daig war es allerdings auch schon immer wichtig, seinem Volk etwas zurückzugeben. «Um die Christoph Merian Stiftung wird Basel von vielen Städten beneidet», erklärte der Guide. Und auch hat der Daig viele Museen unterstützt. «In Basel haben wir die grösste Museumsdichte weltweit. Das kommt daher, dass wir nie geplündert wurden. Das letzte Mal war um ca. 900 nach Christus.»
Von der Kiesgrube bis zum Baareblyy
Der Daig galt auch als Bewahrer der Sprache. Überall in der Schweiz sprach man Hochallemannisch. «In Basel redete man aber typischerweise Niederallemannisch», weiss Oberer. Das klingt unangenehm in den Ohren oder wie es unser Guide ausdrückte: «egglig». Es war der Augenblick, wo in der Runde alte baseldeutsche Begriffe gesammelt wurden.
Heillos unemiedligg = unbelehrbar
Kiesgrube = Portemonnaie
Duurwälle mit Lugge = Glatze
Parapluie (oder eben auch baareblyy)= Regenschirm
usw.
Das reine Baseldeutsch wird aber heutzutage immer weniger gesprochen, da die Sprache zunehmend von äusseren Einflüssen geprägt wird. «Ausser, wenn es wieder mal wichtig wird, wie zum Beispiel in der Politik», erklärt Oberer. Und warum heisst der Basler Daig jetzt eigentlich Daig? Die Familien blieben unter sich. «Es ist wie beim Brotteig, die Familien kleben aneinander», weiss unser Guide.
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